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Studium abbrechen?: Mitteilung
Status: (Mitteilung) Reaktion unnötig Status 
Datum: 10:59 So 14.08.2011
Autor: Kuriger

Hallo

Ich stehe nun 1 Jahr vor dem Bachelor im Bauingenieurwesen. Bisher habe ich eigentlich das ganze immer gemeistert.
Doch ich bekomme bereits bammel, wenn ich an die beiden noch vor mir stehenden Semester denken.  Das hat mehrere Gründe
- Ich habe eigentlich die Schnauze von der Schule so ziemlich voll
- Oft habe ich das Gefühl es würde mir alles über den Kopf hinauswachsen
- Es stehen diverse Projektarbeiten an
- Kann ich mit dem Stress umgehen?

Besonders was das Schreiben der Projektarbeiten betrifft mache ich mir ziemlich grosse Sorgen. Habe ich die Fähigkeiten dafür? Was wenn ich anstehe?

Momentan weiss ich echt nicht, ob ich mir das weiter antun kann. Auch weiss ich nicht mal, ob ich danach jemals als Bauingenieur tätig sein werde.




        
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Studium abbrechen?: Mitteilung
Status: (Mitteilung) Reaktion unnötig Status 
Datum: 11:35 So 14.08.2011
Autor: Diophant

Hallo Kuriger,

es ist eine vertrackte Situation, wenn man in einem solchen Studium an einen Punkt kommt, wo einem die Sache droht, über den Kopf zu wachsen. Ich selbst war während meines Ingenieur-Studiums an einer Berufsakademie in einer ähnlichen Situation und habe mich entschieden, mich da durchzubeißen und weiterzumachen. Ich möchte dir aber damit keinen Rat aussprechen, sondern nur untermalen, dass ich mir ein wenig deine Lage vorstellen kann.

Letztendlich musst du die Entscheidung ja selbst treffen. Ich an deiner Stelle würde mir einige Fragen stellen:

- wenn du dir eine Tätigkeit im Ingenieurbereich nicht vorstellen kannst: hast du einen konkreten abweichenden Berufswunsch?
- bist du der Ansicht, dass du deinen Tagesablauf optimal organisierst oder könntest du eventuell durch mehr Planung etwas Ruhe reinbringen?
- Geht der Stress soweit, dass er dir auch körperliche Beschwerden macht oder geht er auch wieder weg, wenn du mal ein Wochenende ausspannen kannst?

Wenn du keinen anderen konkreten Berufswunsch hast, wäre das ein Grund, unbedingt weiterzumachen. Denn du hast ja schon sehr viel investiert und geleistet. Es ist auf jeden Fall eine frustrierende Erfahrung, etwas aufzuhören, was man begonnen hat, und diese Frustration würde eben durch ein neues Ziel kompensiert, wenn aber keines da ist, dann darfst du sie nicht unterschätzen.

Wenn es Möglichkeiten gibt, durch bessere Organisation den Stress zu minimieren, dann wäre das auch ein Grund, das Studium fortzusetzen.

Wenn jedoch der Stress so schlimm ist, dass er dich wirklich fertig macht, dann solltest du meiner Ansicht nach deine Entscheidung eben daran nicht festmachen, sondern (das ist sehr ernst gemeint) ärztlichen Rat suchen!

Gruß, Diophant

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Studium abbrechen?: Mitteilung
Status: (Mitteilung) Reaktion unnötig Status 
Datum: 12:00 So 14.08.2011
Autor: natascha

Hallo,

Ich kann dich verstehen, auch mich stresst das ganze Studium oft. Da ich noch Teilzeit daneben arbeite, habe ich manchmal das Gefühl, gar nie zur Ruhe zu kommen. Ich komme aber immer wieder davon ab, aufzuhören, weil ich doch zu viel dafür investiert habe (Zeit, Energie usw.), um einfach alles hinzuschmeissen. Und, weil ich ehrlich gesagt gar nicht wüsste, was ich sonst machen würde (da mein Informatikstudium mir erlaubt später das zu machen, was ich machen möchte).
Ich würde dir auf jeden Fall raten, die Entscheidung davon abhängig zu machen, was die Alternativen sind. Wenn du eine konkrete andere Idee hast, was du machen möchtest, dann solltest du es meiner Meinung nach tun. Denn ein Studium durchzuziehen, obwohl man eigentlich etwas anderes machen möchte, stelle ich mir sehr schwierig vor. Andernfalls solltest du dir überlegen, das Studium doch noch weiter zu ziehen.

Bezüglich der Projektarbeiten könntest du nachsehen, ob deine Uni so Kurse anbietet bezüglich des Schreibens von Arbeiten. Die können sehr hilfreich sein bei der Planung und beim Schreiben der Arbeit.

Ich hoffe, das hilft dir ein bisschen weiter.

Alles Gute!
Natascha



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Studium abbrechen?: Mitteilung
Status: (Mitteilung) Reaktion unnötig Status 
Datum: 12:27 So 14.08.2011
Autor: Infinit

Hallo Kuriger,
aus Deinem Beitrag würde ich zunächst mal ablesen, dass Dir der nun bevorstehende Bachelor mit seinen Arbeiten und Prüfungen Sorgen macht, aber nicht so sehr, weil Du Dich thematisch überfoderst fühlst,- dann wärst Du nicht so weit gekommen wie Du jetzt schon bist -, sondern mehr aus zeitorganisatorischen Gründen. Das kann ich durchaus nachvollziehen, aber hierfür gibt es Tipps, wie man an eine Vielzahl von Aufgaben, die dann auf Dich einstürmen, strukturiert herangehen kann. Unter dem Stichwort "Zeitmanagement" findest Du einiges dazu auch im Internet, aber in einem ersten Schritt würde ich Dir raten, Dich mal mit Kommilitonen darüber zu unterhalten, auch die Fachschaft ist ein guter Anlaufpunkt, um so etwas mal zu besprechen.
Ob Du jemals als Bauingenieur tätig sein willst, das liegt natürlich an Dir, die Chancen für einen Berufseinstieg sind aber gut bis sehr gut, solche Leute werden gesucht. Wenn Du Spass an dem hattest, was Du bisher getan hast, und das glaube ich schon, dann gehe diesen Abschnitt Deines Studiums mit Elan und Selbstbewusstsein an, es rentiert sich.
Viele Grüße,
Infinit


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Studium abbrechen?: Mitteilung
Status: (Mitteilung) Reaktion unnötig Status 
Datum: 17:11 So 14.08.2011
Autor: reverend

Hallo Kuriger,

ich meine mich zu erinnern, dass Du schon weißt, dass ich einmal ein Studium abgebrochen habe. Zeitlich war es zwar belastend, aber vor allem inhaltlich (für mich) nicht erfüllend. Ich habe mir dann einen Beruf ausgesucht, den ich wirklich "machen" wollte. Auch dafür musste ich studieren, und zu meiner Überraschung hat dieses Studium dann sogar großen Spaß gemacht.

Trotzdem würde ich Dir nicht empfehlen, einfach so hinzuwerfen. Man kommt in jeder Ausbildung, jedem Studium, und später auch in fast jedem Projekt im Beruf immer einmal an den Punkt, dass man es nicht mehr zu schaffen meint. Auch damit muss man eine Umgangsweise finden.

Diophants Fragen sind darum ein guter Anfang.
Finde erst einmal heraus, wovor Du eigentlich Angst hast. Gerade Prüfungsangst (über das normale und nötige Maß hinaus) hat oft Gründe, die sich mit guter psychologischer Begleitung bewältigen lassen. Da ist die Psychologie viel besser als ihr Ruf, und eben auch eine ärztliche Disziplin. Mit Atembeschwerden würdest Du ja auch zum Arzt gehen und von da vielleicht nur zu einem Atemtraining überwiesen werden - aber was solls, wenns Dir hilft.

Ebenso ernst würde ich aber das Bedenken nehmen, ob Du überhaupt in dem Beruf arbeiten willst, auf den Du hin studierst. Natürlich gibt es auch immer (kleinere) Seitenwege, aber es fällt oft schwer, sich auf diese zu verlassen. Als Bauingenieur kannst Du natürlich auch an einer Berufsschule unterrichten, als Redakteur einer Fachzeitschrift arbeiten, in einem Institut für Normung oder einem Patentamt etc. Das sind nicht die Haupteinsatzgebiete, aber eben auch welche.
Oder Du machst "nur" den Bachelor, und studierst dann etwas anderes, das Dich auch interessiert. Leute mit Überblick werden auch hie und da gesucht, z.B. im juristischen Bereich. Wer da auch noch Kenntnisse in einem anderen Fach hat, hat sehr gute Chancen.

Wenn Du all das nicht in den verbleibenden Wochen des ausgebliebenen Sommers herausfinden kannst, kannst Du Dich an den meisten Universitäten auch (sogar ohne Grund) für ein Semester beurlauben lassen, um erst einmal Zeit und Abstand zu gewinnen. Aber dann würde ich dieses Semester auch nutzen, um an Deinen Ängsten und Bedenken zu arbeiten. Wenn Du sie nicht in den Griff bekommst, fressen sie Dich sonst irgendwann auf.

Außer dem Zeitmanagement gibt es übrigens noch andere Faktoren, die beeinflussen, wie man Stress aushält. Man nennt sie "salutogenetisch", wörtlich: heilserzeugend, und darunter fällt alles, was Dir zu Wohl, Entspannung und Glück verhilft. Typisch sind z.B. Musik (aktiv oder passiv), ein bestimmter Genuss (natürlich nicht exzessiv oder abhängig machend), Naturerlebnis, aber auch Tai Chi oder autogenes Training, Zeit in Gemeinschaft oder gerade alleine...

Im Moment ist "Work-Life-Balance" ziemlich in, und der Grundansatz ist auch gut. Die Idee ist aber immer die gleiche, egal ob Du bei Burnout-Vermeidung ansetzt oder einfach bei der Tagesplanung: es muss ein gefühltes Gleichgewicht geben, zumindest aber ein Gegengewicht zu den belastenden Faktoren.

Sonst hält man weder ein Studium noch das Leben danach auf Dauer aus.

Herzliche Grüße
reverend


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Studium abbrechen?: Mitteilung
Status: (Mitteilung) Reaktion unnötig Status 
Datum: 00:44 Do 08.09.2011
Autor: mikexx

Hallo!

Ich befinde mich auch in einer recht ähnlichen Situation und habe mich auch desöfteren gefragt: "Warum tust du dir das an?". Mein Mathematikstudium schlaucht mich und wenn ich an die anstehenden Prüfungen denke, wird mir ganz schlecht, weil ich echt kein guter Student bin.

Dennoch trägt mich irgendetwas weiter. Ich glaube, das ist der Ehrgeiz, nicht aufgeben zu wollen und es irgendwie (keine Ahnung, wie) doch zu schaffen.

Ich möchte Dir auch keinen Rat geben, denn es ist Dein Leben, nichts meins. Nur: Triff keine voreiligen Entschlüsse und bedenke, was Du alles schon geleistet hast.

Ganz liebe und ermunternde Grüße!

mikexx

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